Spannungsreduzierender Transformator: Die richtige Technologie je nach Anwendung wählen

Spannungsreduzierender Transformator: Die richtige Technologie je nach Anwendung wählen

Ein Spannungsreduzierender Transformator senkt die Spannung zwischen Eingang und Ausgang, um sie an die Anforderungen Ihrer industriellen Anwendung anzupassen.

Dieses Bauteil, das auf dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion basiert, ermöglicht die Umwandlung einer hohen Netzspannung in eine sichere Niederspannung. Es ist darauf ausgelegt, die Spannung zuverlässig entsprechend den Anforderungen des jeweiligen Systems zu reduzieren.

Dieser Artikel unterstützt Sie dabei, die passende Technologie je nach Einsatzbereich auszuwählen – sei es für Leiterplatten, Schaltschränke oder Maschinen.

Wofür wird ein spannungsreduzierender Transformator eingesetzt (im Vergleich zu einem spannungserhöhenden Transformator)?

Der Unterschied zwischen einem spannungsreduzierenden und einem spannungserhöhenden Transformator ist der erste wichtige Schritt, um den eigenen Bedarf korrekt zu definieren. Grundlage hierfür sind das Übersetzungsverhältnis sowie die Anzahl der Windungen jeder Wicklung.

Definition und Funktionsprinzip (Primär-/Sekundärwicklung)

Ein spannungsreduzierender Transformator ist eine statische elektrische Maschine, die die Eingangsspannung anpasst, um sie auf die Anforderungen des jeweiligen Stromkreises abzustimmen.

Er besteht aus einer Primärwicklung und einer Sekundärwicklung, die über einen Magnetkern miteinander verbunden sind. Das Funktionsprinzip basiert auf elektromagnetischer Induktion: Der Wechselstrom in der Primärwicklung erzeugt ein veränderliches Magnetfeld, das in der Sekundärwicklung eine Spannung induziert.

 Bei einem spannungsreduzierenden Transformator besitzt die Sekundärwicklung weniger Windungen als die Primärwicklung. Dadurch ist die Ausgangsspannung niedriger als die Eingangsspannung. Das Übersetzungsverhältnis (Anzahl der Windungen Primär/Sekundär) bestimmt dabei den Grad der Spannungsreduzierung.

Im Gegensatz dazu besitzt ein spannungserhöhender Transformator mehr Windungen auf der Sekundärseite und erhöht somit die Spannung. Je nach Anwendung kann dieses Prinzip auch genutzt werden, um empfindliche Geräte mit einer besser angepassten Spannung zu versorgen.

Spannungsreduzierung ist in der Industrie unverzichtbar

 In der Industrie ist die Spannungsreduzierung unerlässlich, um die Stromversorgung an die angeschlossenen Geräte anzupassen. Dabei wird die hohe Netzspannung auf eine für die jeweilige Anwendung geeignete Niederspannung reduziert. Beispiele hierfür sind:

  • Versorgung der Hilfseinrichtungen einer Maschine (Pilotmotoren, Lüfter)
  • Bereitstellung der erforderlichen Spannung für Steuerkreise (SPS, Sensoren)
  • Anschluss von Messgeräten

Der spannungsreduzierende Transformator gewährleistet zudem eine galvanische Trennung zwischen Primär- und Sekundärseite und schützt dadurch sowohl Bediener als auch Anlagen.

Diese Art von Transformator ermöglicht außerdem eine sicherere Stromversorgung in anspruchsvollen industriellen Umgebungen.

Bedarf definieren: Spannung, Strom und Leistung 

Vor der Auswahl eines Transformators müssen die wichtigsten elektrischen Daten festgelegt und die Betriebsbedingungen geprüft werden.

Die elektrischen Grunddaten von Anfang an festlegen 

Definieren Sie die Eingangsspannung (Primärspannung) sowie die gewünschte Sekundärspannung. Ebenso muss die Netzfrequenz (Wechselspannung 50 oder 60 Hz) angegeben werden.

Berücksichtigen Sie außerdem Toleranzen und Spannungsschwankungen – beispielsweise Spannungsabfälle bei langen Leitungen oder Lastspitzen – und planen Sie dabei eine Reserve von etwa 10 bis 15 % ein. Wechselstromversorgungen machen diese Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

Für eine optimale Auslegung sollten zudem mögliche Stromschwankungen entsprechend der tatsächlichen Belastung berücksichtigt werden.

Leistungs-, Stromauslegung und Sicherheitsreserven

Die Nennscheinleistung S (in VA) wird nach folgender Formel berechnet:

S=U×IS = U \times IS=U×I

Diese Berechnung definiert die erforderliche Mindestleistung. Es empfiehlt sich jedoch, stets eine Reserve von 20 bis 30 % einzuplanen, um Lastspitzen – beispielsweise beim Motorstart oder bei transienten Vorgängen – sicher abzufangen.

Ebenso sollte der benötigte Sekundärstrom sowohl im Nennbetrieb als auch unter transienten Bedingungen bestimmt werden.

Ein unterdimensionierter spannungsreduzierender oder spannungserhöhender Transformator erwärmt sich stärker, verliert an Wirkungsgrad und altert schneller. Daher sollte die Auslegung immer auf den ungünstigsten Betriebsfall abgestimmt werden. Ein korrekt dimensioniertes Produkt kann langfristig zuverlässig arbeiten, ohne übermäßige thermische Belastungen zu erzeugen.

Anforderungen an Isolierung und Sicherheit 

Die galvanische Trennung zwischen Primär- und Sekundärseite schützt den Bediener vor gefährlichen Strömen. Das Lastenheft sollte daher Schutzart, Temperaturklasse sowie die geltenden Normen (z. B. NF EN 61558) klar definieren.

Die Primärwicklung muss transienten Überspannungen standhalten können, während der Magnetkern für die entsprechenden dielektrischen Belastungen ausgelegt sein muss.

Darüber hinaus müssen auch die Umgebungsbedingungen berücksichtigt werden. Temperatur, Feuchtigkeit und Vibrationen beeinflussen die Wahl der geeigneten Konstruktion – beispielsweise hinsichtlich Lackierung, Verguss oder robuster Befestigungssysteme.

In bestimmten Anwendungen kann eine verstärkte Ausführung erforderlich sein, um einen dauerhaften Betrieb auch in anspruchsvollen Werkstatt- oder Industrieumgebungen sicherzustellen.

Den richtigen Transformatortyp je nach Anwendung auswählen

Die Wahl des passenden Transformators hängt direkt von seiner Integration in Ihr System ab. Nachfolgend finden Sie einen Überblick über typische Anwendungen und die entsprechenden Technologien.

Einsatzbereiche: Wo wird ein spannungsreduzierender Transformator integriert?

  • Auf Leiterplatten (PCB): Kompakte Module (< 200 VA) die für integrierte Stromversorgungen entwickelt wurden, häufig mit Ferritkern und durchkontaktierter Pin-Montage. Die Wicklung wird dabei speziell für einen möglichst geringen Platzbedarf 
  • In Schaltschränken oder Maschinen: Hier werden Transformatoren auf Hutschienen oder Montageplatten befestigt. EI-Blechtransformatoren bieten eine besonders robuste Ausführung. Sie können einphasig oder dreiphasig ausgelegt sein und hohe Leistungen von mehreren Dutzend bis zu mehreren tausend VA unterstützen. Die Verdrahtung erfolgt über Anschlussklemmen mit an die Stromverteilung angepassten Leiterquerschnitten. 
  • In Geräten: Gemischte Anforderungen wie Geräuschentwicklung, Bauraum und Wärmeentwicklung führen häufig zur Wahl eines spezifischen Kompromisses – oft eines Ringkerntransformators. Diese Lösung eignet sich besonders dann, wenn ein Gerät eine kompakte, leistungsfähige und zugleich unauffällige Komponente integrieren muss. 

Überblick über Technologien und Auswahlkriterien

Es existieren verschiedene Transformator-Technologien, die jeweils auf unterschiedliche Anforderungen ausgelegt sind.

EI-Transformator (lamellierter Kern)

  • Der Kern besteht aus gestapelten Elektroblechen und bietet eine robuste sowie wirtschaftliche Lösung. Diese Technologie arbeitet besonders effizient bei niedrigen Frequenzen und erreicht Wirkungsgrade von etwa 95–98 %. Sie gilt als Standardlösung für die Energieverteilung in Schaltschränken. Ein leichtes Vibrationsgeräusch kann jedoch auftreten.
  • Ringkerntransformator: Der Ringkerntransformator besitzt einen kreisförmigen Kern aus kontinuierlichem Bandmaterial und zeichnet sich durch eine besonders flache Bauform aus. Ringkernwicklungen erzeugen nur geringe elektromagnetische Abstrahlungen und verursachen weniger Eisenverluste. Dank ihrer Kompaktheit und ihres geräuscharmen Betriebs eignen sie sich ideal für Anwendungen, bei denen Platzbedarf oder Geräuschentwicklung kritisch sind. 
  • Ferrittransformator (Hochfrequenz): Diese Technologie wird hauptsächlich in Schaltnetzteilen eingesetzt. Der Ferritkern arbeitet bei hohen Frequenzen im kHz-Bereich und ist für sehr kompakte Anwendungen mit geringer Leistung (< 50 VA) ausgelegt.

Entscheidungshilfe: Anwendung passende Technologie 

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Integration in das System: Leistung, Einsatzbedingungen und Zuverlässigkeit

Es muss sichergestellt werden, dass die Wicklung bei voller Leistung betrieben werden kann, ohne die zulässige Grenztemperatur zu überschreiten. Hohe Verluste führen zu einer dauerhaften Erwärmung des Transformators. Ein Wirkungsgrad von über 95 % ist dabei ein Zeichen für eine effiziente Konstruktion.

Im Hinblick auf elektromagnetische Felder (EMV/EMI) erzeugt jede Wicklung einen magnetischen Fluss. Ringkerntransformatoren weisen hierbei die geringsten Abstrahlungen auf.

In sensiblen Umgebungen sollte der Transformator daher von kritischen Schaltungen entfernt positioniert oder zusätzlich abgeschirmt werden. Bevor die ausgewählte Lösung in Serie eingesetzt wird, sollte ihr Verhalten unter realen Bedingungen in der finalen Anwendung geprüft werden.

Industrialisierung & B2B-Beschaffung: Lastenheft und Validierung

Für eine Serienanwendung sollte Ihr Lastenheft möglichst präzise definiert sein. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Inhalte sowie die Vorgehensweise für die Validierung unter realen Einsatzbedingungen.

Was sollte Ihr Lastenheft enthalten?

  • Elektrische Parameter: Primär- und Sekundärnennspannung, Scheinleistung (VA), Nennstrom, Frequenz sowie zulässige Toleranzen. Beispiel: „400 V / 50 Hz → 24 V / 3 A, ±5 %“
  • Integrationsanforderungen: Maximale Abmessungen, Befestigungsart (Clips, Montageplatte, Pins) sowie Anschlussarten (Flachstecker, Klemmen). Geben Sie außerdem die Umgebungsbedingungen wie Temperatur, Feuchtigkeit oder Vibrationen an, um die passende Schutzart (IP) sowie die erwartete Lebensdauer bestimmen zu können.
  • Qualitätsanforderungen: Sicherheitsnormen (IEC/EN 61558, CE), erforderliche Prüfungen (Hochspannungsprüfung, Messung des Übersetzungsverhältnisses, Wirkungsgradkontrolle) sowie Anforderungen an Rückverfolgbarkeit und Reproduzierbarkeit in Großserien.

Validierung unter realen Einsatzbedingungen vor Serienstart

Erstellen Sie Prototypen und testen Sie diese unter realen Betriebsbedingungen. Messen Sie die Sekundärspannung sowohl im Dauerbetrieb als auch unter transienten Lastzuständen.

Ergänzend sollten thermische Prüfungen (Leistung bei 100 % von S), Hochspannungsprüfungen sowie elektromagnetische Kontrollen durchgeführt werden.

Die Ausgangsspannung muss unter allen Einsatzbedingungen innerhalb der festgelegten Toleranzen bleiben. Die Wicklung darf nicht überhitzen, und die erzielten Ergebnisse müssen den dokumentierten Werten entsprechen.

Dieser Validierungsprozess gewährleistet einen zuverlässigen Betrieb in Ihrer finalen Anwendung.

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Unsere Experten unterstützen Sie bei der Auswahl der passenden Technologie und begleiten Sie bis zum Produktionsstart unter optimalen Bedingungen.

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